Im Keller des Lübecker Zeughauses, wo Polizeipräsidium und Gestapo ihren Sitz hatten, befinden sich die einstigen Verhörzellen in fast unverändertem Zustand.

Die Fotos sind während einer Führung durch die Zellen am Freitag, 11.11.2016 entstanden. Die Zellen sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Nur gelegentlich finden begleitete Führungen statt.

Kann auch dieser authentische Ort zu einem würdigen Gedenkort werden?


Die Gestapo-Zentrale im Zeughaus war während der NS-Diktatur ein Ort staatlich sanktionierten Terrors und Durchgangsstation in die Konzentrationslager. Wer dort bleiben sollte, erhielt von der Gestapo in seiner Akte den RU-Vermerk: "Rückkehr unerwünscht".

Von 1933 – 1945 waren insgesamt ca. 95 Mitarbeiter bei der Gestapostelle in Lübeck beschäftigt. Die Angestellten der Gestapo waren durchschnittlich 30 – 35 Jahre alt und kamen überwiegend direkt aus Lübeck. Es waren Ober- und Realschüler, Söhne von Bäckern, Textilwarenhändlern und Kaufleuten. In über 30 Zimmern arbeiteten zeitgleich immer etwa 30 - 40 Gestapobeamte. Zu Hochzeiten der Verfolgung reichten ihre Kapazitäten jedoch nicht aus, sodass Hilfskräfte von SA und SS herangezogen wurden. Unter den Mitarbeitern waren auch 22 Frauen, die als Dolmetscherinnen, Stenopisten, Telefonistinnen und als Schreibkräfte ihren Dienst taten.
(Quelle: Gerhard Paul: Staatlicher Terror und gesellschaftliche Verrohung. Die Gestapo in Schleswig-Holstein, Hamburg 1996, S. 98)

 

Zum Seitenanfang