STOLPERSTEINVERLEGUNG
für Friedrich-Paul von Groszheim

Donnerstag, 19. August 2021 um 17.00 Uhr
Ort: Kaiserallee 11, Lübeck-Travemünde

Mit der Stolpersteinverlegung wird an Friedrich Paul von Groszheim (Jg. 1906) erinnert.

Friedrich Paul von Groszheim war der Mann, der die Recherchen zur Verfolgung homosexueller Männer in Lübeck ins Rollen brachte. Lange Zeit hatte er über sein eigenes Verfolgungsschicksal geschwiegen, in Lübeck selbst hatte sich niemals jemand um das Schicksal der Homosexuellen während der NZ-Zeit gekümmert. Über 50 Jahre nach den Geschehnissen wandte sich von Groszheim mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit. Er war mittlerweile 76 Jahre und nicht alle Details seiner Leidensgeschichte waren ihm noch genau in Erinnerung, aber das große Ganze, die Verhaftungswelle Anfang 1937, seine eigene Verhaftung, seine Folter und seine fortan vorhandenen Ängste vor weiteren Verfolgungen hatten sich unauslöschlich in sein Gedächtnis gebrannt. Seine Biografie wird während der Verlegung des Stolpersteins verlesen. Die Informationen beruhen auf den Recherchen des Historikers Christian Rathmer. Musik von Mareike Plota-Neumann und Lukas Schick sowie die Lesung eines Gedichts umrahmen die kleine Gedenkfeier.

STOLPERSTEINVERLEGUNG
für Hermann Westendorf

Donnerstag, 19. August 2021 um 19.30 Uhr
Ort: Holstenstraße 28, Lübeck

In der Holstenstraße 28 lebte Hermann Westendorf (Jg. 1899).

Der Fall des Lübecker Kaufmanns Hermann Westendorf zeigt, unter welch schwierigen Bedingungen Homosexuelle in der NS-Zeit einen Geschlechtspartner finden konnten und welchen Gefahren sie dabei ausgesetzt waren. Es gab einschlägige Lokale, in denen Homosexuelle verkehrten, das Bekannteste in Lübeck war das „Eldorado.“ An öffentlichen Bedürfnisanstalten konnte man männliche Prostituierte treffen. Wie im Fall Westendorff wurden die Freier aber mitunter dabei von Strichjungen erpresst. Und letztlich wurde Hermann Westendorf, der diverse Geschlechtspartner hatte, von einem denunziert und bei der großen Verhaftungsaktion am 23. Januar 1937 verhaftet. Seine Biografie wird während der Verlegung des Stolpersteins verlesen. Auch hier beruhen die Informationen auf den Recherchen des Historikers Christian Rathmer. Musik von Mareike Plota-Neumann und Lukas Schick sowie die Lesung eines Gedichts umrahmen diese kleine Gedenkfeier.

GEDENKMINUTE FÜR VERFOLGTE HOMOSEXUELLE

Samstag, 23. Januar 2021 um 18:00 Uhr
Ort: Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle, Parade 12

Die Mitglieder des Lübecker CSD e.V., Angehörige der queeren Community sowie viele Freundinnen und Freunde versammeln sich am Samstag, 23. Januar 2021 um 18.00 Uhr am Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle an der Parade 12 zu einer Gedenkminute.